Kurzmeldungen

Spendenbitte für Notre-Dame

Am 15. April 2019 wurden große Teile der Pariser Kathedrale Notre-Dame zerstört, die ein Wahrzeichen Frankreichs ist.

Auch wenn es bereits umfangreiche Spendenzusagen für den Wiederaufbau gibt und zahlreiche protestantische Kirchengebäude in Frankreichs dringend finanzielle Unterstützung benötigen, möchte sich die Deutsche Hugenotten-Gesellschaft e.V. mit einer eigenen Spendenaktion beteiligen.

Es geht dabei weniger um das Geld, als um den symbolischen Akt, hier unsere Verbundenheit zu Frankreich und unser Mitfühlen auszudrücken.

Die Bilder der brennenden Kirche haben viele Menschen ins Herz getroffen. Wir möchten die Gelegenheit nutzen, mitzuhelfen, um die deutsch-französische Freundschaft, an der uns so sehr gelegen ist, weiter zu vertiefen.

Spendenkonto Hugenottische Diakonie:
IBAN: DE45 5205 0353 0118 0019 59
Stichwort "Notre-Dame"

 

Die Deutsche Hugenotten-Gesellschaft ist der neue Träger des Deutschen Hugenotten-Museums in Bad Karlshafen. Wechsel in der Museumsleitung.

Am 31. Oktober 2016 erfolgte im Staatsanzeiger für das Land Hessen die pflichtgemäße Anzeige bezüglich der Auflösung des Vereins des Deutschen Hugenotten-Museums. Einsprüche hat es nicht gegeben, so dass nun die drei von der Mitgliederversammlung bestellten Liquidatoren Jochen Desel, Heinz Messerschmidt und Dr. Andreas Flick die Liquidation zum 31. Dezember 2017 vornehmen konnten.

Alle Mitarbeiter/Mitarbeiterinnen des Museums werden weiter beschäftigt. Die Deutsche Hugenotten-Gesellschaft (DHG) hat in ihrer letzten Mitgliederversammlung ihre Satzung geändert, so dass die Trägerschaft des Deutschen Hugenotten-Museums in Bad Karlshafen zu den neuen Vereinsaufgaben zählt.

Zudem beruft der Gesamtvorstand der DHG einen Beirat für das Deutsche Hugenotten-Museum, dem neben Mitgliedern der DHG möglichst auch Vertreter der Stadt Bad Karlshafen und des Evangelischen Kirchenkreises Hofgeismar angehören sollen.

Mit dem 31. Dezember 2017 endete auch die Tätigkeit von Dekan em. Jochen Desel, der von 1999 an im Ehrenamt Museumsleiter des Deutschen Hugenotten-Museums in Bad Karlshafen war. Von 1985 bis 1999 war er als Vorsitzender des Deutschen Hugenotten-Vereins (heute Deutsche Hugenotten-Gesellschaft) verantwortlich beteiligt am Aufbau des Deutschen Hugenottenzentrums in Bad Karlshafen mit Museum, Bibliothek und genealogischer Forschungsstelle.

Zum Jahresende endete ferner die Tätigkeit der gebürtigen Schottin Mary Gundlach, die viele Jahre engagiert ehrenamtlich als stellvertretende Museumsleiterin tätig war.

Die Deutsche Hugenottengesellschaft dankt beiden für ihren langjährigen Dienst. Sie werden sich jedoch weiterhin für das Deutsche Hugenotten-Museum in Bad Karlshafen engagieren. Neuer kommissarischer Museumsleiter wurde der amtierende Präsident der Deutschen Hugenotten-Gesellschaft e.V. Dr. Andreas Flick.

 

Odile Jurbert:
Die Sedaner in Mannheim (1652-1688). Zwischen Wirtschaftsmigration und religiöser Zuflucht.

Aus dem Französischen von Ulrike Krumm (= Geschichtsblätter der Deutschen Hugenotten-Gesellschaft, Bd. 52)
96 Seiten. m. Abb., Verlag der Deutschen Hugenotten-Gesellschaft Bad Karlshafen, 2017 € 16,00
ISBN 978-3-930481-41-5

Odile Jurbert (Mitglied der elsässischen Akademie), geboren 1952 in Straßburg, Absolventin der Ecole des Chartes, war im Norden Frankreichs und in der Kulturverwaltung des Elsass tätig, bevor sie zum Nationalarchiv Paris und dann zum Historischen Dienst des Verteidigungsministeriums in Vincennes wechselte.

Seit fast 40 Jahren arbeitet sie über die protestantischen Minderheiten der betreffenden Regionen während des Ancien Régime. Zurzeit richten sich ihre Untersuchungen auf die Beziehungen zwischen den französischen Reformierten und dem Kaiserreich vor der Aufhebung des Edikts von Nantes 1685.

Das hugenottische Refuge ist von Beginn an Gegenstand unzähliger Studien. Durch die Arbeiten von Dominique Ehrmantraut sind seit 2000 für die französischen Reformierten im Bereich der Kurpfalz umfangreiche Daten verfügbar, die auch die Zeit lange vor der Revokation beleuchten.

Die vorliegende Studie, ein Beitrag zum Mannheimer Hugenottentag 2013, ist darauf gerichtet, die Wesensmerkmale dieser Emigration anhand einer genau umrissenen Zielgruppe zu erfassen: Sedaner, die zwischen 1652 und 1688 in die neue Stadt Mannheim eingewandert sind. Aus französischen und deutschen Quellen rekonstruierte Biografien von 139 erwachsenen Männern und Frauen (dazu kommen noch 37 Heranwachsende), die sich zumindest vorübergehend in Mannheim niedergelassen haben, bieten das Material für eine erste Bilanz.

Gemeinsam ist den zueinander in Beziehung stehenden Fürstentümern Sedan und Kurpfalz eine weite Öffnung in das protestantische Europa. Nach seiner Annexion durch Frankreich 1642 stellt das Sedaner Land bald nicht mehr den sicheren Hafen mit Toleranz, Frieden und Wohlstand für viele seiner Bewohner dar.

Die Neugründung Mannheims auf den Trümmern der im Dreißigjährigen Krieg zerstörten Stadt durch den jungen Kurfürsten Karl Ludwig 1652 kommt für sie gerade im richtigen Moment; sie bietet ihnen freie Religionsausübung und wirtschaftliche Freiheit.

Die räumliche und zeitliche Begrenzung der Studie hinterlässt unbeantwortete Fragen, doch sie eröffnet einen neuen Zugang zum Refuge, indem sie die enge Verflechtung von wirtschaftlichen Entfaltungsmöglichkeiten und religiösen Überzeugungen exemplarisch deutlich macht.


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